Rückblick auf 2025
Von neuen Webseiten über Vibe Coding mit KI-Unterstützung bis hin zu IoT-Spielereien wie Feinstaubsensoren und Fahrzeugzählern war einiges geboten. Los geht’s!
Replit: Entwicklung im Browser mit KI-Assistent
Eines meiner Highlights war die Entdeckung von Replit, einer cloudbasierten Entwicklungsplattform. Replit kombiniert Code-Editor, Hosting und Kollaboration direkt im Browser – kein Setup notwendig. Man kann sofort in über 50 Programmiersprachen loslegen, als hätte man eine IDE, GitHub, Vercel und ChatGPT auf einmal geöffnet.
Besonders beeindruckt hat mich der eingebaute KI-Agent: Dieser Coding-Butler schreibt Code aufgrund von Beschreibungen in natürlicher Sprache. Ich war ehrlich gesagt baff, als ich sah, wie Replits Agent in unter 10 Minuten eine komplette Web-App mit Datenbank, Login und Zahlungssystem generierte – und das aus einem einzelnen Satz Beschreibung
Für mich fühlte es sich ein bisschen an, als hätte ich meinen persönlichen Tony Stark-Assistenten im Browser. Replit hat mein Prototyping-Tempo massiv erhöht, weil ich Ideen jetzt einfach eintippen kann und die Plattform erledigt den Rest.
Neue Websites: joachimhummel.de, next8ai.de & unixweb.dev
2025 war auch das Jahr, in dem ich meine Online-Präsenz ausbaute. Gleich zwei neue Webseiten sind entstanden: joachimhummel.de und next8ai.de – zusätzlich habe ich mit unixweb.dev meine Entwicklungsprojekte neu aufgestellt.
Joachimhummel.de ist meine persönliche Homepage und stellt mich als KI-Automation Spezialist mit 30 Jahren IT-Erfahrung vor. Dort beschreibe ich, wie ich für Freelancer und Unternehmen Prozesse mit Tools wie n8n, Docker, Pinecone und großen Sprachmodellen (LLMs) automatisiere.
Die Seite dient als digitale Visitenkarte und Angebotsseite – inklusive der Möglichkeit, direkt einen Termin zu vereinbaren. Für das Design und die Inhalte habe ich viel Wert auf Klarheit gelegt: Es soll sofort erkennbar sein, was ich tue (nämlich Workflow-Automatisierung mit KI) und welchen Nutzen es bringt.

Next8AI.de richtet sich an IT-Fachleute, die in Zeiten des schnellen Wandels durch KI etwas Orientierung und Stabilität suchen. Hier trete ich eher als Coach und Berater auf. Der Ansatz: Ich zeige, wie man aus innerer Ruhe und mit klarem Fokus Kunden gewinnt – unterstützt durch Automatisierung, klare Positionierung und Methoden, die wirklich zum jeweiligen Menschen passen
.Die Seite soll also nicht nur Tech bieten, sondern auch einen menschlichen Ansatz: Stress reduzieren, Fokus finden und neue Technologien (wie KI) gezielt einsetzen, statt sich von ihnen überrollen zu lassen. (Kleine Randnotiz: Der Name “Next8” spielt übrigens auf "Next Level" und das n8n-Tool an – eine Art Wortspiel, das meine Schwerpunkte verbindet.)

Unixweb.dev ist schließlich meine neue Dev- und SaaS-Plattform. Unter diesem Label biete ich maßgeschneiderte Softwarelösungen an – von Web-Apps bis IoT-Integrationen. Der Slogan der Seite bringt es auf den Punkt: “Ihr Partner für skalierbare SaaS-Lösungen und professionelle Software-Entwicklung”.
Für mich markiert unixweb.dev auch den Schritt, meine bisherigen Tech-Projekte unter einem Dach zu bündeln. Die Seite zeigt Referenzen und erläutert, wie ich moderne Anwendungen entwickle (meistens mit TypeScript, Node.js und Cloud-Technologien), damit potenzielle Kunden einen Eindruck von meinem Stil und Können bekommen.

Insgesamt bin ich stolz, jetzt online mit drei Webauftritten vertreten zu sein, die jeweils einen unterschiedlichen Zweck erfüllen: persönliche Marke, Coaching-Angebot und Entwicklungsdienstleistungen. Die Erstellung der Seiten hat mir auch geholfen, meine eigenen Ziele zu schärfen und mein Angebot klarer zu formulieren.
Einstieg ins Vibe Coding mit Next.js und TypeScript
Ein Begriff, der 2025 in aller Munde war, ist “Vibe Coding”. Anfangs konnte ich mir wenig darunter vorstellen – bis ich mich selbst darin eingearbeitet habe, vor allem im Kontext von Next.js 14 und TypeScript. Doch was ist Vibe Coding genau?
Im Kern beschreibt Vibe Coding einen KI-gestützten Programmieransatz. Man arbeitet dabei nicht traditionell, indem man selbst jede Codezeile schreibt, sondern man “beschreibt” der KI, was man bauen möchte, und die KI (etwa ein Sprachmodell) generiert den Code dafür. Der Clou: Als Entwickler schaut man den erzeugten Code gar nicht oder kaum an; man vertraut auf die Vibes – d.h. man führt den Code aus, testet ihn, und wenn etwas nicht passt, gibt man der KI weitere Hinweise in natürlicher Sprache, anstatt manuell zu debuggen.
Es ist also wie Pair-Programming mit einem KI-Bot, wobei der Mensch eher die Vision und Tests liefert und die Maschine den Implementierungspart übernimmt.
Geprägt wurde der Begriff Vibe Coding übrigens von Andrej Karpathy (einem bekannten KI-Forscher) Anfang 2025.
Innerhalb weniger Monate wurde daraus ein regelrechter Trend – so sehr, dass vibe coding im selben Jahr vom Collins Dictionary sogar zum “Word of the Year 2025” ernannt wurde. Für mich als Entwickler war das eine ziemliche Umstellung in der Denkweise. Anfangs ist es ungewohnt, Code einfach blind zu vertrauen. Doch ich habe es gezielt ausprobiert: Mit Next.js (einem React-Framework) und TypeScript habe ich kleine Module quasi vollständig von einer KI schreiben lassen, nur anhand meiner Beschreibungen. Beispielsweise habe ich der KI gesagt: “Erstelle mir in Next.js eine Seite mit einer Karte, die Punkte aus einer SQLite-Datenbank anzeigt, inkl. Filter und Login-System.” – und dann zuschauen, wie das Modell Stück für Stück Code, Komponenten und Konfigurationen ausspuckt.
Natürlich lief nicht alles auf Anhieb. 😉 Vibe Coding erfordert viel iteratives Ausprobieren. Ich musste lernen, meine Prompts (Eingaben an die KI) präzise zu formulieren und bei Fehlern hilfreiches Feedback zu geben, anstatt reflexartig selbst einzugreifen. Interessanterweise fühlte es sich fast wie Magie an, als nach einigen Iterationen die App tatsächlich lief! Dieser Ansatz hat mir gezeigt, was heute schon möglich ist, aber auch wo die Grenzen liegen: Ohne eigenes Verständnis geht es nicht, vor allem wenn es um Struktur und Sicherheit geht (denn die KI neigt dazu, Dinge zu übersehen oder unsauber zu lösen).
Dennoch: Vibe Coding hat mir einen kreativen Kick gegeben und meine Next.js/TypeScript Skills unerwartet erweitert – weil ich die KI auch mal unkonventionelle Lösungswege vorschlagen ließ, auf die ich selbst nicht gekommen wäre.
Erste KI-unterstützte Web-App: Location-Tracker mit Claude
Nach den ersten Gehversuchen im Vibe Coding wollte ich etwas Handfestes schaffen. So entstand meine erste Web-App, gebaut fast vollständig mit KI-Unterstützung – ein Location-Tracking Dienst namens tracking.unixweb.de. Hierbei habe ich intensiv mit Claude Code gearbeitet, dem KI-Codierassistenten von Anthropic (eine Art Chatbot speziell fürs Coden, ähnlich wie ChatGPTs “Code Interpreter”). Claude hat mir enorm geholfen, diese App schnell zu realisieren.
Zur App selbst: Es handelt sich um eine moderne Location-Tracking-Anwendung. Ich wollte damit meinen eigenen Standortverlauf aufzeichnen und visualisieren, als selbstgehostete Alternative zu kommerziellen Diensten. Technologisch basiert das Projekt auf Next.js 14 als Frontend/Backend-Framework und einer simplen SQLite-Datenbank im Hintergrund. Die Standortdaten kommen von OwnTracks, einer Open-Source-App, mit der man seine eigene Position laufend an einen Server senden kann. OwnTracks nutzt das leichte MQTT-Protokoll, um die Geokoordinaten vom Smartphone an meinen Server zu publishen. Meine App fängt diese MQTT-Nachrichten ab, speichert die Koordinaten in der Datenbank und zeigt sie dann auf einer Karte an.
Ich habe außerdem ein kleines Admin-Panel und eine Authentifizierung integriert, damit die Seite privat bleibt und ich alte Tracks verwalten kann. Next.js 14 erwies sich mit seinem App Router und Fullstack-Fähigkeiten als sehr praktisch: So konnte ich die MQTT-Integration auf Server-Seite bauen und die Visualisierung sowie Login-UI auf Client-Seite – alles im selben Projekt.
Die Entwicklung mit Claude Code war faszinierend. Statt selbst jedes Detail zu coden, habe ich Claude in natürlicher Sprache beschrieben, was ich wollte (“Bitte schreibe mir einen Next.js API-Route Handler, der MQTT-Nachrichten von Topic XYZ entgegennimmt und in SQLite speichert” usw.). Claude lieferte Code-Snippets, die ich einbaute. Fehler gab’s natürlich auch – aber ich ließ Claude die Fehlermeldungen analysieren und Verbesserungen vorschlagen. Im Grunde habe ich den Vibe Voding Ansatz hier zum ersten Mal für ein komplettes Projekt durchgezogen. Im Git-Repository der App findet sich sogar der Hinweis “Generated with Claude Code”, weil der Assistent als Co-Autor in den Commits auftaucht.
Am Ende lief die Anwendung zuverlässig: Mein Smartphone sendet nun regelmäßig Standortpunkte an tracking.unixweb.de, ich sehe meinen Pfad auf der Karte und kann z.B. zurückverfolgen, wo ich gewesen bin. Das Erfolgserlebnis war riesig – eine komplette Web-App in Rekordzeit, ermöglicht durch KI-Hilfe. Dieses Projekt hat mir gezeigt, wie produktiv man mit den richtigen Tools sein kann, ohne das Rad ständig neu zu erfinden.


Zurück auf LinkedIn: Artikel zu n8n und Vibe Coding
In 2025 habe ich außerdem meinen lange brachliegenden LinkedIn-Account reaktiviert. Angespornt von meinen Erfahrungen wollte ich auch darüber schreiben. Tatsächlich habe ich mehrere Artikel auf LinkedIn veröffentlicht, in denen ich n8n und Vibe Coding thematisiert habe – zwei Bereiche, die auf den ersten Blick sehr verschieden klingen, aber beide mit Automatisierung zu tun haben.
Für diejenigen, die n8n nicht kennen: n8n ist ein beliebtes Open-Source-Tool für Workflow-Automatisierung (ähnlich wie Zapier), mit dem man per visuellem Editor verschiedene Dienste verbinden und Abläufe automatisieren kann. Ich nutze n8n schon länger beruflich, um z.B. Datenflüsse zu orchestrieren. Vibe Coding hingegen (wie oben beschrieben) ist ein ganz anderer Ansatz – hier generiert KI den Code für neue Anwendungen.
In meinen LinkedIn-Artikeln habe ich mich mit der Frage beschäftigt, wie diese Welten zusammenpassen. In der Community gab es 2025 durchaus Stimmen, die behaupteten, KI-Codegeneratoren würden Tools wie n8n obsolet machen. Ein provokanter Post, den ich kommentiert habe, meinte etwa sinngemäß: “Wer 2025 noch auf N8N setzt, hat von AI nichts mitbekommen – heutige Vibe-Code Builder wie Cursor oder Claude Code erledigen deinen Backend-Kram schneller und besser”.
Diese Haltung fand ich aber zu einseitig. In meinen Artikeln argumentiere ich, dass beide Ansätze ihre Berechtigung haben. Ein Leser brachte es schön auf den Punkt: “Vergleich N8N vs. Vibe Coding = Äpfel vs. Orangen” – sprich, sie dienen unterschiedlichen Zwecken.
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Meine Erkenntnis aus der Diskussion: No-Code/Low-Code-Tools wie n8n eignen sich hervorragend für strukturierte, zuverlässige Automationen – z.B. geschäftskritische Workflows, die visuell kontrollierbar und robust sein müssen.
Vibe Coding dagegen ist genial für kreatives Prototyping und wenn man schnell mal eine Frontend-Idee umsetzen will, indem man sie der KI beschreibt.
Statt entweder-oder sehe ich ein sowohl-als auch: In einem Artikel habe ich beschrieben, wie ich mir eine Zukunft vorstelle, in der n8n die zuverlässigen Hintergrundprozesse stemmt (Daten verschieben, APIs verbinden etc.), während KI-Codetools individuelle Features oder Interfaces generieren, die man dann andockt.
Die Resonanz auf diese Posts war positiv – offenbar haben viele gerade ähnliche Fragen und freuen sich über praxisnahe Erfahrungen. Für mich persönlich war das Schreiben auf LinkedIn eine tolle Übung, um meine Gedanken zu strukturieren, und hat mir geholfen, meine Rolle als Entwickler im KI-Zeitalter besser zu verstehen.
Fazit zum Jahr 2025
Was für ein Jahr! Rückblickend war 2025 für mich geprägt von KI in der Softwareentwicklung, dem Aufbau neuer Online-Präsenzen und praktischen IoT-Projekten. Ich habe gelernt, wie rasant sich unsere Tools weiterentwickeln: Von Replit’s KI-Werkstatt, die Programmierung im Browser revolutioniert, über das Vibe Coding, das meine Herangehensweise ans Coden verändert hat, bis hin zu Spezial-Hardware wie dem Hailo-Chip, der Edge AI Realität werden lässt. Gleichzeitig blieb das Grundhandwerk wichtig: durch das Selberbauen meiner Websites und Projekte habe ich mich auch wieder auf Konzepte besonnen, die unabhängig vom Hype Bestand haben – sauberer Code (ob von Mensch oder KI), gutes Design und das Verständnis der zugrunde liegenden Technologie.
Persönlich freue ich mich, dass ich den Schritt zurück in die Öffentlichkeit/Community gemacht habe (via LinkedIn und meine Websites). Wissen zu teilen – sei es über Blogartikel, LinkedIn-Posts oder Open-Source-Code – hat mir 2025 viel gebracht. Es entstanden neue Kontakte und spannende Diskussionen, die ich nicht missen möchte.
Alles in allem verlasse ich 2025 mit dem Gefühl, viel Neues ausprobiert und gelernt zu haben. Ich bin gespannt, was 2026 bringt – die Themen gehen sicher nicht aus. Bleibt dran, bis zum nächsten Rückblick und danke fürs Lesen!
Sources: Die im Text mit markierten Quellen verweisen auf weiterführende Informationen und Nachweise zu den erwähnten Technologien und Projekten. Schaut gerne rein, wenn euch ein Thema besonders interessiert!